Equipment

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Rallye History

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Steckbrief

Daniel Fessl

Pressefotograf


Der Rallyevirus hat mich 1983 „infiziert“. Da mein Vater KFZ Mechaniker in einem VW-Audi Betrieb war, waren Autos und auch Motorsport immer schon ein Thema in der Familie. Als Audi 1981 den quattro auf die Rallyewelt losließ und dieser noch dazu in unserer unmittelbaren Heimat bei der Pyhrn Eisenwurzen Rallye zu sehen war, mussten wir natürlich auch dabei sein.
 
Mein erster Kontakt war auf der Sp Magdalenaberg nahe Pettenbach. Ich werde diesen Eindruck wohl nie vergessen, als mit Startnummer 1 Franz Wittmann den blau-weißen Funkberater quattro den Berg hinaufprügelte. Diese Sp, speziell die Ortsdurchfahrt oben am Magdalenaberg, 1 Meter an der Kirchentüre vorbei, wäre aus heutiger Sicht absolut unfahrbar, aber damals war es natürlich ein Riesenspektakel. Fotografisch war ich damals selbst noch nicht aktiv, aber mein Vater brachte mit einer AGFA Kompaktkamera ganz ansehnliche Dias zustande, welche bis heute in meinem Archiv ruhen.
 
Von nun an wurde die Pyhrn regelmäßig bis zu ihrem vorläufigen Ende 1986 besucht.
 
1984 erfolgte mein Einstieg in die Fotografie. Von meinem ersten Selbstverdienten wurde eine „Minolta XGM“, also eine Spiegelreflexkamera, angeschafft.
 
1985 dann das nächste einschneidende Erlebnis, und wieder war es Audi, diesmal mit dem quattro S1 und Walter Röhrl bei der Semperit…
Ich war zufälligerweise gerade zur Semperit Zeit in der Berufsschule in Schrems unweit von Waidhofen/Thaya. Als ich erfuhr, dass Walter Röhrl bei der Semperit mit einem S1 fahren würde, setzte ich alles in Bewegung um das mitzuerleben. Zum Glück war einer meiner damaligen Lehrer ebenso rallyebegeistert und nahm mich zur Rallye mit. Ich war ihm damals schon sehr dankbar dafür, aber aus heutiger Sicht kann diese Dankbarkeit eigentlich gar nicht groß genug sein, denn Röhrl im S1 unter Wettbewerbsbedingungen live erlebt zu haben, ist ein Privileg auf welches ich unendlich stolz bin. Die Dias von dieser Rallye sind zwar nicht sehr berauschend. Es war dunkel und nass, wie es sich halt für die Semperit gehört und die Geschwindigkeit des S1 war einfach zu hoch um mit meiner damaligen Ausrüstung (manueller Focus…) wirklich ansprechende Fotos zustande zu bringen. Nichtsdestotrotz sind diese teilweise unscharfen, verwackelten und zu dunklen Fotos für mich mit die wertvollsten Bilder in meinem Archiv.
 
1988 und 1989 musste ich wegen des abzuleistenden Grundwehrdienstes komplett auf den Besuch von Rallyes verzichten. Doch von 1989 an war die Semperit der alljährliche Fixpunkt (und ist es natürlich bis heute geblieben).
 
Fototechnisch erfolgte 1990 der Umstieg auf Canon und damit auch der Aufstieg in das Autofocus Zeitalter, eine EOS 600 war meine erste AF-Spiegelreflexkamera. Im Laufe der Zeit sollten noch einige weitere folgen (EOS 500; EOS 5).
 
Aufgrund mangelnder Infos von übrigen Rallyes der ÖM, dauerte es bis 1993 bis eine zweite Rallye, neben der Semperit, besucht wurde. Es war die 3-Städte Rallye, die 1993 zum Teil in Oberösterreich ausgetragen wurde.
 
Im Jahr 1996 folgte die erste komplette Saison in Österreich, inklusive dem ersten „Auslandseinsatz“ bei der Saturnus Rallye in Slowenien. Der absolute Höhepunkt 1996 war aber zweifelsohne der erste WM-Lauf, die Rallye San Remo!!
Und wieder meinte es das Schicksal gut mit mir, es sollte dies die letzte San Remo in der Toskana werden und ich bin froh das noch erlebt haben zu dürfen!!
Es gibt wohl kaum eine geeignetere Kulisse für einen „Newcomer“ als die traumhafte Landschaft der Toskana. Die verwinkelten Gassen der Altstadt von Gubbio und der erste Kontakt mit der Weltspitze des Rallyesports ließen dieses Erlebnis zu einem unvergesslichen werden. Alle Grössen des Sports waren da, McRae, Sainz, Mäkinen, Kankkunen, Burns, Auriol, Liatti, Eriksson ….
Obwohl das Wetter eher bescheiden war, die erste Sp nach wenigen Autos neutralisiert wurde und wir nach den ersten 3 Tagen in der Toskana entschieden, die 500km(!!!) Verbindungsetappe nach San Remo nicht mehr zu fahren, sondern uns auf den Heimweg zu machen, waren diese 3 Tage in der Toskana doch unvergesslich. Es entstanden durchaus brauchbare (dank Autofokus) auch scharfe Fotos!
 
In den folgenden Jahren vermehrten sich meine Besuche bei Rallyes laufend. Waren es 1996 10 Rallyes, so stieg diese Zahl bis 2002 auf 19 Rallyes an. Auch WM Läufe standen von 1996 an regelmäßig am Programm. Neben San Remo (´96;´97;`98;´99 und 2000) kamen noch die Monte (´99;2000; ´02;´03;´04;´05;´06;´07) Zypern(2000) Schweden und Korsika (2001) Acropolis (2002) Deutschland (2002; ´03;´04;´05;´06;´07) Finnland und Spanien (2003) sowie Sardinien (2004;´05;´06) dazu.
 
In den Jahren 2002 bis 2004 verlagerte sich mein Interesse neben der ÖM immer mehr auch Richtung Tschechien, dort boomte der Rallyesport zu dieser Zeit ganz enorm, ab 2004 bis heute spielt auch die Ungarische Meisterschaft eine wichtige Rolle, dort sind im Gegensatz zu Österreich und Tschechien WorldRallyeCars immer noch Start,- und Punkteberechtigt es gibt in Ungarn eine Gute Mischung aus Schotter und Asphaltrallyes und die Ungarn selbst sind so denke ich neben den Finnen das Rallyeverrückteste Volk überhaupt.
 
Etwa Mitte 2003 erfolgte der Umstieg von Analog auf Digital. Zunächst mit einer Canon EOS 10D und seit April 2006 mit der Canon EOS 30D.
 
Die Liebe zum Rallyesport ist nach wie vor groß. Obwohl es sicher bessere Zeiten sowohl national wie auch international gegeben hat, sehe ich die Zukunft nicht zuletzt wegen des revolutionären Erdgas und Alternativ Projekte, die gerade bei uns in Österreich entstehen, durchaus positiv.